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Sprache in Schrift und Wort ist die wichtigste Kulturtechnik, die Kinder erlernen müssen. Sprachverständnis, Sprachbeherrschung und der kreative Umgang mit Sprache sind entscheidende Momente ihres zukünftigen sozialen, kulturellen und beruflichen Lebens. Kein Wunder, dass es viele Menschen sprachlos macht, wenn ein pfiffiges Kind dies nicht lernen will!

Die folgenden Informationen sollen helfen die Probleme LRS und Dyskalkulie einzugrenzen um möglichst umgehend die erforderlichen Fördermaßnahmen einzuleiten.

Kinder, deren schulische Leistungen nicht den allgemeinen Anforderungen entsprechen, sind nicht unbedingt faul oder weniger begabt. Sollten sich gerade beim Erlernen des Lesens und Schreibens unerwartete Schwierigkeiten ergeben, ist es ratsam, mit dem Klassenlehrer oder dem entsprechenden Fachlehrer Rücksprache zu halten. Er erlebt das Kind im Klassenverband und kann besser beobachten, wie lange es sich z.B. konzentrieren kann. In den ersten zwei Schuljahren wird der Grundstein für die gesamte schulische Entwicklung ihres Kindes gelegt, also scheuen Sie sich nicht, sich öfter nach den Fortschritten und Problemen Ihres Kindes zu erkundigen.

Das Lesen und Schreiben bildet die Grundlage für jedes weitere Schulfach und wirkt sich somit auf die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes aus. Zu Beginn der zweiten Klasse und später zeigen sich bei Kindern mit LRS oft Leseunlust, ein langsameres Lesetempo und ungenaues Lesen, was dem Kind oft als Flüchtigkeitsfehler vorgeworfen wird.

Zwangsläufig aber führen die leichteren und schwereren Leselernprobleme zu Rechtschreibschwierigkeiten.

Bei jüngeren Kindern mit LRS findet man häufig die Verwechslung ähnlich klingender Laute, wie o-u, e-i, s-ß-sch-z. Diese Fehler gelten als Anzeichen einer Hörverarbeitungsschwäche. In anderen Fällen kommt gelegentlich das Vertauschen von Buchstaben wie b-d-g, a-o und das Vertauschen von Reihenfolgen (Korne statt Krone) vor. Diese Fehler deuten auf Unsicherheiten bei der Raumlage und beim Erfassen von Reihenfolgen hin.

Über die Ursachen der LRS streitet sich die Wissenschaft. Wo die Mediziner reduzierte Leistungsfähigkeit in bestimmten Bereichen des Gehirns vermuten, glauben Psychologen und Pädagogen schulische Lernstörungen zu erkennen. Tatsächlich hat LRS vermutlich so viele verschiedene Ursachen wie es Kinder mit LRS gibt. Wichtig zu bemerken ist allerdings, dass Kinder mit LRS zumeist durchschnittlich oder gar überdurchschnittlich intelligent sind und dass die Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens mit Hilfe einer Förderung begrenzt oder gar beseitigt werden können..

Der Mathematikunterricht nimmt in der Schule eine besondere Stellung ein. Befragt man Schüler nach ihrem Lieblingsfach, so wird nur selten die Antwort: "Mathe!" lauten. Nur allzu oft "leiden" die Schüler, wenn sie mit ihrem "Angstfach" konfrontiert werden. Das Versagen des Kindes führt zu Resignation, wobei die Ursachen häufig auf Mängel in der eigenen Persönlichkeit zurückgeführt werden. Lehrer und Eltern finden keinen Rat. Zweifel an der Willensbereitschaft des Kindes sind kritisch zu hinterfragen. Sicherlich kommt es häufig vor, dass rechenschwache Kinder nicht "mitarbeiten" wollen - oder nicht können? "Falsches" Üben ist ein negativer Verstärker, der die elterliche Geduld belastet und die Motivation des Kindes hemmt. Eine Kettenreaktion nimmt ihren Lauf, da sich Wissenslücken und psychologische Barrieren in Defiziten verfestigen, die sich dann zu immer größeren Problemen auf den späteren Stufen der mathematischen Ausbildung auswachsen. Wenn Eltern beobachten, dass...

  • das Kind bei den Hausaufgaben stundenlang über den Aufgaben grübelt anstatt zu rechnen,
  • das Kind bei den Hausaufgaben übermäßig erschöpft wirkt,
  • das Kind bereits Erlerntes schnell vergisst und zunehmend orientierungslos wird,
  • das Kind grundsätzlich mit der Mathematik auf "Kriegsfuß" steht und mit Bauchschmerzen in den Mathematikunterricht geht, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Für betroffene Kinder haben die Schwierigkeiten im Erlernen der Schriftsprache oder des Rechnens auch die Auswirkungen, dass sie in anderen Unterrichtsfächern nicht folgen können.

Das Gefühl, trotz redlicher Bemühungen immer wieder zu scheitern, wirkt sich auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus. Manche Kinder neigen dazu, sich zu verstecken, um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen, andere versuchen, sich durch besonders auffälliges Verhalten Freunde unter ihren Mitschülern zu machen. Durch diese Verhaltensweisen wirkt sich LRS bzw. Dyskalkulie im Grunde genommen auf die gesamte Erlebniswelt des Kindes aus.

Bei der Auswahl von Fördermaßnahmen sollten Sie bestimmte Kriterien beachten.

  • Ein Test zur Überprüfung der Lese- und Rechtschreibleistung sollte durchgeführt werden.
  • Zusammenarbeit mit Spezialisten (Ärzten, Psychologen) und dem Elternhaus.
  • Neben der Förderung sollte auch ein psychomotorisches Training und/oder ein Training im Bereich der Wahrnehmung stattfinden.

Sollten die schulischen Fördermaßnahmen nicht ausreichen, muss auf außerschulische Maßnahmen ausgewichen werden.

Nach dem Gesetz zur Eingliederungshilfe hat jeder, ein Anrecht auf Unterstützung bei Fördermaßnahmen. Anträge gibt es beim Jugendamt. Hierbei ist darauf zu achten ist, dass der vorgeschriebene Weg eingehalten wird.

Weiterführende Links finden Sie auf der Linkseite für Eltern.